
Der schwedische Streamingdienst Spotify hat seine Ad Exchange aufgebohrt und öffnet sich neuen Partnern auf der Einkaufs- sowie Verkaufsseite im Programmatic-Ökosystem. Das verkündete der Streaminganbieter auf der ersten Ausgabe seiner Veranstaltung Spotify Advance, auf der ganz in der Manier der US-Plattformen künftig regelmäßig Neuerungen für Advertiser in New York präsentiert werden. Zugleich bedient Spotify mit der eigenen Technologie mehr Märkte. Somit kann das Werbeinventar auch hierzulande breiter programmatisch gehandelt werden.
Spotify finanziert sich im Rahmen der kostenlosen Nutzung seines Streaming-Angebots mit Werbung. Dafür hat der Musikdienst eigene Werbetechnologie entwickelt. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Schweden ihre neue Ad Exchange, kurz SAX, vorgestellt. Allerdings war diese zunächst für Werbetreibende in Nordamerika reserviert. Die Demand-Side-Plattform (DSP) The Trade Desk stieg als erster Partner auf der Nachfrageseite ein. Yahoos DSP durfte zudem in Übersee die Geschäfte über Private Marketplaces abwickeln, wie das Branchenmagazin Ad Age zu berichten weiß.
Magnite, Google und Adform erhalten Zugriff auf SAX
Nun kommen weitere helfende Hände aus dem programmatischen Ökosystem hinzu, um das Inventar der Schweden zu handeln. So bindet Spotify die Supply-Side-Plattform (SSP) Magnite auf der Verkaufsseite ein. Zu The Trade Desk auf der Demand-Seite gesellt sich Googles DSP Display & Video 360 (DV360). Die DSP der dänischen Fullstack-Plattform Adform soll ebenfalls in Kürze Media über die Ad Exchange einkaufen können und die Integration der Yahoo-DSP sowie “vielen weiteren” ist in Planung.
Die Ad Exchange stellt für die angeschlossenen Partner Audio-, Video- und Display-Inventar bereit – auch außerhalb der USA. So ist die Technologie ab sofort in Europa verfügbar sowie in Kanada, Australien, Neuseeland, Indien, Singapur, Brasilien und Mexiko. Die Einbindung von Werbung in Podcasts über diese programmatische Kette ist noch nicht möglich, steht jedoch auf der Agenda weit oben, heißt es.
Gleichzeitig hat Spotify seine eigenen Targeting- und Measurement-Kapazitäten ausgebaut und auch an dieser Stelle mehr Drittpartner an Bord geholt. Daneben stellt Spotify in seiner Self-Service-Anzeigenplattform, im Spotify Ad Manager, neuerdings KI-Werkzeuge für die Erstellung von Ads bereit. Damit lassen sich Scripts und Voice-overs für Spots kreieren. Bisher ist dies jedoch kanadischen und US-amerikanischen Advertisern vorbehalten.
Programmatic Audio auf Wachstumskurs in Deutschland
Die Nachricht der Öffnung Spotifys für weitere Plattformen dürfte die Werbetreibenden hierzulande interessieren, denn der Markt für Programmatic Audio nimmt auch in Deutschland Fahrt auf. Verschiedene Adtech-Player bringen sich momentan in Stellung und integrieren das vorhandene Werbeinventar in die programmatische Infrastruktur. Unternehmen wie Amy oder Aireal rütteln derzeit vor allem an den festgefahrenen I/O-Strukturen des Radiomarkts. Der deutsche Werbemarkt für Audioformate liegt nur knapp unterhalb der Milliardenmarke und ist damit der größte in Europa.
Tech Finder Unternehmen im Artikel
EVENT-TIPP ADZINE Live - CTV & Video - Planung, Einkauf und Bewertung von Bewegtbildkampagnen am 10. April 2025, 11:00 Uhr - 12:30 Uhr
Wie können Advertiser die passenden On-Demand-Reichweiten identifizieren und planvoll einsetzen? Welche Messmethoden und Planzahlen sind verfügbar? Welche Performance-Indikatoren sollte man hinzuziehen? Eine weitere zentrale Frage ist zudem, wie man den Einkauf angeht. Jetzt anmelden!