Virtual Reality erinnert an Aleppo vor der Zerstörung und dient als Spendenaufruf
11. März 2020
In der täglichen Werbepraxis findet Virtual Reality noch wenig Einsatzszenarien – nicht jeder Nutzer verfügt über die notwendige VR-Brille. In Verbindung mit Mobilgeräten können durch neue Virtual- und Augmented-Reality-Formate trotzdem wirkungsvolle Nutzererfahrungen geschaffen werden. In einem aktuellen Projekt demonstriert Jung von Matt in Zusammenarbeit mit dem Künstlerprojekt Arthelps, wie sich VR-Technologie in Zusammenhang mit einem Social-Media-Bildfundus einsetzen lässt, um eindrucksvoll Aufmerksamkeit für eine Spendenaktion zu schaffen.
Mit dem Virtual-Reality-Projekt „Rebuilt from Memories“ haben Arthelps und Jung von Matt (JvM) das Leben in Aleppo vor dem Krieg in 3D-Umgebungen eingefangen. Das Experiment, das für den Innovation Award der inzwischen abgesagten SXSW nominiert ist, ermöglicht es, zerstörte Orte in Syrien in Virtual Reality per VR-Brille oder Smartphone zu besuchen.
Als Grundlage für die 360-Grad-Ansichten bedienen sich JvM und Arthelps aus Instagram Feeds. Bilder von mehreren tausend Nutzern wurden zusammengefügt und mittels Photogrammetrie in virtuelle Texturen umgewandelt.
Inszeniert werden die Eindrücke mit zusätzlichen Bilderrahmen im Instagram-Format, die den Eindruck eines kollektiven virtuellen Gedächtnisses erwecken sollen.
Für das Video wurden Bilder von drei historischen Orten in Aleppo gesucht, die in der Zeit vor dem Krieg gepostet wurden. Eine Software hat die Fotos per Geotag in drei Sprachen auf Instagram gesammelt, mittels Deep Learning sortiert und für Photogrammetrie aufbereitet. In Zusammenarbeit mit der Digitalagentur Exozet wurden die Datensätze zu 3D-Welten aufgebaut.
Herausforderung war es, trotz niedriger Auflösung, uneinheitlichen Lichtsituationen und fehlenden Perspektiven ein stimmiges Bild zu erschaffen, weshalb ein eher abstrakteres Bild der Sehenswürdigkeiten entstanden ist.
„Instagram lieferte uns ungewöhnliche Perspektiven und emotionale Momente. Der Schlüssel, um nicht nur Gebäude wieder zu errichten, sondern Leben, Emotion und Atmosphäre – ein Blick in ein kollektives Gedächtnis.“ sagt Rico Noël, Creative Director bei Jung von Matt.
Das Projekt macht auf die Situation der Bürgerinnen und Bürger aus Syrien aufmerksam, die in einem durch Krieg gezeichneten Land leben. Als gemeinnützige Kunstinitiative will Arthelps nicht nur
Menschen selbst erreichen, sondern auch Brücken zwischen verschiedenen
Gesellschaftsschichten bauen, heißt es in einer Mitteilung.
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