
Die Private-Equity-Firma Bain Capital steht anscheinend kurz vor der Übernahme des Marktforschungsunternehmens Kantar. Nach einem monatelangem Bieterwettstreit mit anderen Beteiligungsgesellschaften scheint sich Bain Capital durchgesetzt zu haben und steht in alleinigen Verhandlung mit dem Kantar-Mutterkonzern WPP. Unklar ist bislang jedoch der Umfang der zum Verkauf stehenden Anteile. Klar scheint hingegen allerdings der Preis: vier Milliarden US-Dollar stehen im Raum.
Anfang der Woche bestätigte der Werbekonzern WPP die exklusiven Übernahmegespräche mit Bain Capital. Das Private-Equity-Unternehmen hatte sich gegen Konkurrenten wie Apollo Global Management, Platinum Equity und Vista Equity Partners durchgesetzt und will den Mehrheitsanteil von Kantar übernehmen. Dabei sieht die WPP Group den aktuellen Wert der Mehrheitsanteile seiner Marktforschungssparte bei circa vier Milliarden US-Dollar und dieser Preis erscheint durchaus gerechtfertigt. Das 1993 in London gegründete Marktforschungsunternehmen besteht aus 13 Tochtergesellschaften und beschäftigt rund 30.000 Mitarbeiter in 95 Ländern. Zusammengenommen formen diese das zweitgrößte Marktforschungsunternehmen der Welt mit jährlichen Umsätzen in Milliardenhöhe. Wie hoch der zum Verkauf stehende Anteil tatsächlich ausfällt ist bislang noch unklar. WPP-CEO Mark Read hatte in der Vergangenheit bereits durchblicken lassen 20 bis 40 Prozent an dem Marktforschungsunternehmen behalten zu wollen. Mit dem Verkauf des Mehrheitsanteils möchte Read die Schulden des Werbekonzerns abbauen und das komplizierte globale Netzwerk des Unternehmens verschmälern.
Ob der Deal am Ende tatsächlich über die Bühne geht, bleibt abzuwarten. Für Bain Capital wäre die Übernahme von Kantar jedoch ein logischer Schritt. Die Private-Equity-Firma versucht verstärkt seinen Bereiche Marktforschung und Consumer Insights auszubauen. Damit steht das Unternehmen nicht alleine da. Andere Holdinggesellschaften investieren ebenfalls massiv in Daten- und Marktforschungsunternehmen, was auch der Bieterwettstreit um Kantar zeigte. So kaufte die Publicis Groupe Epsilon für 4,4 Milliarden US-Dollar und IPG das Marketing-Solutions-Geschäft von Acxiom für rund 2,3 Milliarden US-Dollar. Nach US-amerikanischen Medienberichten lotet auch der Medien-Forscher Nielsen aktuell strategische Optionen und den potenziellen Verkauf des Unternehmens aus. Interessenten seien unter anderem Advent International und Apollo Global Management.
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